Jack Wolfskin und die Kohle…

Es ist – für mich – ziemlich unglaublich und „macht mich staunen“, hatte Jack Wolfskin doch bisher einen recht guten Ruf bei mir; ich betrachtete mich durchaus als Stammkunden. Aber dann diese Aktion…

Scheinbar war man in dem Unternehmen der Meinung, dass ein paar Heimwerker Pfotendesigns zum Schaden des Großkonzerns produzieren – wobei es sich mitunter auch um den Pfotenabdruck einer Katze handeln kann. Anstatt nun Kontakt aufzunehmen und eine einvernehmliche Lösung zu finden (was im Streit Großkonzern <-> Heimarbeiter eh schon kaum zu überbieten ist), werden Anwälte beauftragt und man will naturgemäß eine Menge Geld dafür sehen. Na prima.

Nachdem Werbeblogger darüber berichtet hat, haben diverse weitere Blogs das Thema aufgenommen, und auch andere Medien wie z.B der Spiegel. Der Imageverlust dürfte gigantisch sein…

Ich selbst habe das zum Anlass genommen, Jack Wolfskin auf meine persönliche No-Buy-Liste zu setzen, und auch eine Mail an JW zu schreiben – ob und ggf. wie darauf eine Reaktion erfolgt wird sich zeigen. Es ist erstaunlich, wie schnell man einen guten Ruf grundlegend zerstören kann…

Hier eine Kopie meiner Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

als bisher treuer Stammkunde in Ihren Ladengeschäften verstört mich Ihre
neueste Handlungsweise doch sehr. Glaubt man der Berichterstattung über
den "Vorfall Dawanda" - und es gibt keinen Grund daran zu zweifeln -, so
darf ich versichern, dass ich ob dieses Gebarens recht entsetzt bin.

Nicht nur, dass Sie willkürlich Tatzendesigns (insbesondere auch den
Pfotenabdruck, der von einer *lebenden Katze* der Person stammt)
ausgewählt haben, die - verzeihen Sie bitte - nur ein Blinder mit Ihrem
Markenlogo hätte verwechseln können, nein, Sie haben es nicht einmal für
nötig befunden, diese Personen zuvor anzuschreiben, um so zu einer
gütlichen Einigung zu kommen.

Zusammenfassend scheinen Sie nur auf Geld aus zu sein; die
Rechtfertigungsversuche Ihres Vertreters, der z.B. bei Spiegel online
zitiert wird, erscheinen mir geradezu absurd.

Dies nehme ich zum Anlass, mich fortan nicht mehr als einen Ihrer Kunden
zu betrachten. Selbiges gilt wohl auch für meine Frau, einige Freunde,
etc.pp. - ich hoffe für Sie, dass die Abmahnkosten auffangen, dass Sie -
alles in allem - grob geschätzte 1000,-€ *pro Jahr* allein dadurch
verlieren, uns als Kundschaft verloren zu haben. Diesbezüglich dürften
wir nicht die Einzigen sein und bleiben.
Und selbst, wenn Sie eine für die Beteiligten genehme Lösung finden
würden - zu der meiner Meinung nach auch eine öffentliche Entschuldigung
gehören muss - dürfte der Imageschaden irreparabel sein.

Nach wie vor kann ich nicht nachvollziehen, wie Sie so handeln konnten.

Sollten Sie auf diese E-Mail antworten, so ziehen Sie bitte in Betracht,
dass ich mir eine Veröffentlichung der Antwort in Foren und Blogs
vorbehalte.

Hochachtungsvoll,

Wie gesagt – ich bin gespannt!

Nachtrag #1
Wie Pfotenprothese schon im Kommentar verlinkt hat, scheint JW ja nicht nur Katzen-, sondern auch Bärenpfoten für sich zu beanspruchen – siehe eben bei Skorpionstich und samstagisteingutertag. Ganz großes Kino – ob ich mal die Pfotenabdrücke meiner Meerschweinchen veröffentliche?
Und ja, ich gestehe… ich bin sauer.

Nachtrag #2
Na schau mal einer an, das war wohl etwas heftiger als erwartet. Nach einer Meldung auf Horizont.net erlässt JW nun grosszügig die Abmahngebühren. Liebe Leute, das ist zwar schonmal etwas, aber irgendwie will mir das nicht ganz reichen. Ich harre immer noch der Antwort, die da kommen mag – oder nicht…

Nachtrag #3
Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist… hier ist die Original-Pressemitteilung. Immerhin, schön für die Betroffenen. Ich neige nach wie vor dazu, der Sache nicht ganz zu trauen…

Über Alariel

Seit diversen Jahren Systemadministrator im Bereich Linux, noch länger passionierter Rollenspieler, Reenactor und überzeugter "Heide". Nebenbei noch Tätig im Bereich der Webseitengestaltung, ob nun einzelne Seiten oder auch mehr.
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8 Responses to Jack Wolfskin und die Kohle…

  1. Pfotenprothese sagt:

    Ob da eine Antwort kommen wird. Ich glaube die sind zur Zeit alle auf der Bärenjagd

    http://skorpionstich.wordpress.com/2009/10/22/jack-wolfskin-dies-ist-erst-der-anfang/

    oder mit Gartenarbeit beschäftigt!

    http://www.han-online.de/HANArticlePool/0000011bd6fabecf0057006a000a0052208d1ca1

  2. Alariel sagt:

    Mal abwarten. Rechnen tu‘ ich mit einer Standard-Textbaustein-Antwort – wenn überhaupt.
    Vielleicht vergrätzt ja der Hinweis, dass ich ggf. die Antwort auch veröffentlichen möchte… 😉

  3. Pfotenprothese sagt:

    Zoohändler, Shops für Tierbedarf, Tierschutzvereine, Druckereien, die den Fehler begangen haben Shirts für Hundeschulen mit Pfoten zu bedrucken…. sie zahlen alle, seit Jahren. Und warum? Weil der Jack denkt, dass ihm alle Pfoten dieser Welt gehören

    http://de.dawanda.com/product/5875290–PISAStudie-2009-Poster-A4

    und er das dickere Portemonnaie hat. Markenterror und Raubtierkapitalismus vom Allerfeinsten!

    Eindrucksvoll hier geschildert:

    http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=4461999&postcount=867

    Bleibt zu hoffen, dass der sozialkompetente Konsument ein gutes Gedächtnis hat!

  4. Alariel sagt:

    Ich zumindest habe das. Zu mienen weniger guten Eigenschaften gehört es, ziemlich Nachtragend sein zu können 😀

  5. Alariel sagt:

    Zumindest scheint nun für die Betriffenen abgemahnten Dawanda-Benutzer die Sache relativ glimpflich auszugehen; siehe Nachtrag #2 im Artikel…

  6. nun, für sowas hab ich auch ein GUTES Gedächtnis – JW no buy.

    Von mir gibts kein Geld mehr für dieses Unternehmen.

  7. Pfotenprothese sagt:

    Ja, die dawanda-Nutzer sind glimpflich aus der Sache raus, eine Art Gnadenakt im Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft, um die erzürnten Massen zu beschwichtigen. Ihre Artikel dürfen sie allerdings nicht mehr verkaufen, denn sachlich sieht sich der Wolf noch immer im Recht und beansprucht alle Pfoten für sich. Dabei dachte ich immer der Löwe sei der König der Tiere.

    Hoffen wir, dass er sich morgen nicht das Hufeisen schützen lässt, sonst dürfen sich alle Goldschmiede, Hufschmiede und Geschenkartikelläden auf mehr oder weniger teure Post einstellen.

  8. Bonaventura sagt:

    Hi, Jack Wolfskin ist seit Jahren für mich gestorben. War mal ne`richtig gute Klamotte. Leider heute nur noch Synthetik/Kunststoff. Dazu dann der extreme und aggressive Vertrieb und das Marketing. Schade drum!

    Irgendwie scheint es, dass die „Jungmanager“ den Zeitgeist einfangen wollten. Leider haben sie viele Möchte-Gerne erreicht. Noch mal: schade drum!

    Tja, und mit den Jung-Managern kommt dann leider auch das, was man „Neue Besen“ nennt: Geschäft um jeden Preis, Umsatz um jeden Preis, Provision/Tantieme um jeden Preis. Noch mal: schade, schade drum!

    Unabhängig davon, dass es nicht sein dürfte, dass irgend ein Dahergelaufener sich etwas schützen lässt, das in der Natur seit tausenden von Jahren existiert.

    Warum es zu schützen war, ist wohl klar: Money … Lobby … Politics … etc. …

    Ekelhaft!

    Ich hoffe, dass keiner von denen, die wirklich mit der Natur leben, noch etwas von Jack Wolfskin kauft. Lasst die Stadtindianer machen. Beim nächsten neuen Werbespot drehen sie ihr Fähnlein im Winde :-). Mann, es ist Wahnsinn, wer alles Jack Wolfskin trägt. 99,.. % sind noch nie wirklich in der Natur gewesen. Außer einem Sonntags-Spaziergang haben sie noch nichts erlebt.

    Bye!

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