Warum wäre mir ein “Gottheit” lieber?
Bei Cpt. Salek hab’ ich den Beitrag entdeckt, der mich dann doch stutzig machte. Wie kommt jemand auf die Idee, nur eine Seite einer Sache wäre etwas Gutes?
Radical Goddess Thealogy, so heisst der Blog. Und will “Gott den Vater” durch “Gott die Mutter” ersetzen. Zitat: “by gently replacing God the Father with God the Mother by the year 2025.”
*Hust*
Habe ich was verpasst? Nun, früher (womit ich meine, vor dem ganzen Monotheismus-Kram… neumodisches Zeug!) hatten die Frauen – als Vertreterinnen der Göttin, oder eines weiblichen Prinzips – durchaus Macht (ganz offiziell und unbestritten), die Männer ebenso. Unterschiede sind nur natürlich, ich hab’ noch nie z.B. von einem Mann gehört, der erfolgreich schwanger gewesen wäre…
Und diese Unterschiede waren es, die das grundsätzliche Leben bestimmten. Mit einem Kind auf dem Rücken wird die Jagd schwierig…
Andererseits kann man sich vielleicht ein Beispiel an den Ureinwohnern Amerikas nehmen. Nichts ungewöhnliches, dass ein Mann dort als Frau lebte (und wohl auch umgekehrt), und es wurde voll akzeptiert. Mit allen Rechten und Pflichten. Und ggf. sogar auf Zeit, so dass man sich auch wieder umentscheiden konnte.
Heutzutage wird meiner Meinung nach viel verwechselt: Natürlich sind Frauen – immer noch(!) – benachteiligt im Beruf, vor allem was die Bezahlung angeht, sieht man mal von Behörden ab. Das aber hat – für mich zumindest – nichts mit dem spirituellen Bereich zu tun. Auch ich mag jeglichen Monotheismus nicht. Weder “männlichen” noch “weiblichen”. (Ihr Götter, das klingt sogar irgendwie lächerlich, oder?)
Gleichberechtigung – ganz insgesamt – heisst für mich z.B. gleiches Geld für gleiche Arbeit, jeder hat einen Teil in sich, der “anders” ist. Je nachdem entweder männlich oder weiblich.
Ebenso wie jeder etwas Gutes und etwas Böses in sich trägt – ein und dieselbe Münze, nur die jeweils andere Seite. Weisse und Schwarze Magie – im Grunde kein wirklich großer Unterschied, von den Auswirkungen abgesehen. Alles ein Teil des anderen.
Immerhin stehen auf meinem Altar nicht ohne Grund sowohl Gott als auch Göttin.
Ohne Anerkennung des jeweils anderen wird es immer zu Streit kommen – und ich fürchte, die Göttinnen und Götter macht man sich mit einer einseitigen Sichtweise auch nicht wirklich zu Freunden…
Ich bleibe dabei: gleiche Rechte für alle – und trotzdem die Unterschiede akzeptieren. Auf der einen wie auf der anderen Seite. Denn ohne – geht es nicht.









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Tja – da macht jetzt wohl eine Frau das, was Jahrhunderte (Jahrtausende?) ganz offiziell die allgemein anerkannte Ideologie war (und bei viel zu vielen auch heute noch ist)… nämlich das andere Geschlecht schlecht. Gleicher Quatsch nur mit umgekehrtem Vorzeichen. AUTSCH!
Als Denkanstoß für manche vielleicht sinnvoll; es wäre jedoch wünschenswert, zwischen den Extrempunkten des Pendelausschlages endlich mal eine Balance zu finden.
Außerdem kann ich diese FRAU – MANN Polarität nicht mehr hören und wer denn nun angeblich das “bessere” Geschlecht sei. Statt dauernd auf die (angeblichen) Unterschiede zu starren sollten wir endlich auf die Gemeinsamkeiten abstellen – in erster Linie sind wir alle MENSCHEN. Mit Fehlern und Fähigkeiten, welche sich mehr individuell verteilen als geschlechtsspezifisch. Frauen können so ziemlich alles was Männer können und umgekehrt – mal abgesehen davon ein Kind auszutragen, aber damit müssen die Männer halt leben, dass es tatsächlich etwas gibt, das sie NICHT können, Pech gehabt, Jungs. Aber welche Frau möchte sich schon allein auf diesen Aspekt ihrer selbst reduzieren lassen??!
Was die Stellung der Frauen in der Gesellschaft angeht wenn eine Göttin verehrt wird – hierfür empfehle ich ein paar ernsthafte Bücher zur Geschichte. Göttinnenverehrung bedeutet nicht zwangsläufig, dass die lebenden Frauen in ihren Entscheidungen frei sind.
Oh, die gute Dame versucht ja eine Monothealogie in die Welt zu rufen – insofern könnte sie argumentieren, dass sie was ganz neues versucht, das ganz toll sein wird. Allerdings klappen sich bei mir die Fussnägel hoch wenn ich “Mono” lese, egal ob hintendran “theo” oder “thea” kommt. Gleicher Quatsch mit unterschiedlichen – ach, das schrieb ich ja oben schon.
Und ausserdem halt ich es da mit einem Zitat, das ich in einem Buch über Shinto (japanische Natur- und Ahnenreligion) las:
“Zwei Götter sind besser als einer und drei helfen besser als zwei…!”
Gilt auch für Göttinnen.