Diesen Beitrag zu schreiben hat einige Zeit gedauert.

Warum?

Ganz einfach… es könnte sein, dass der ein oder andere sich vor den Kopf gestossen fühlt. Aber bevor ich etwas anderes schreibe, sollte ich wohl erstmal das hier klarstellen.

Erstens. Mein Blog.
Hier ist es, wie bei meinen Ritualen, meinem Schrein, meinem Tempel (wenn ich bzw. wir denn je einen haben, wovon ich ausgehe). Wem etwas hier geschriebenes nicht gefällt, der muss damit leben. Reden kann man immer, aber meine Meinung ist meine Meinung – das gestehe ich auch anderen zu. Aber, wie oben: mein Blog. Was bedeutet, hier zählt meine Meinung. Sie muss nicht richtig sein, nicht für jeden. Mir genügt es, wenn sie es für mich ist.

Zweitens. Meine Meinung.
Steht ja oben schon. Dies bedeutet nichts weiter, als dass das, was hier steht, schlicht für mich gilt. Es muss nicht für andere gelten. Es ist also vollkommen sinnlos, mir mitzuteilen, dass man das und das Fest eine Stunde früher oder 2 Tage später feiert, oder ob man den Tee anders herum umrührt. Nicht lachen, sowas gibt es… wie dem auch sei, ich lasse Euch Eure Feste und Rituale, also erwarte ich das auch von Euch.

Drittens. Die sogenannten “etablierten Religionen”.
Lasst es. Versucht nicht, mich bekehren zu wollen, das wird nämlich nicht funktionieren. Ob Ihr für mich betet ist mir relativ gleich – es wird nichts nutzen, aber schaden kann es zumindest auch nicht…

So, nachdem dies nun geklärt ist, zum eigentlichen Thema.
Also eigentlich zum allgemeinen, wenn man es genau nimmt. Nämlich, wie sich mir das Heidentum darstellt.

Im Grunde genau so, wie es immer war. Hat man das Christentum als einheitsgraue Fläche, den Islam als eine Fläche mit vielen Brandherden und das Judentum als einzelne Stoffstücke, so kann man das Heidentum meiner Meinung nach getrost als bunteste Patchworkdecke bezeichnen. Und das ist auch gut so.

Wieder wird es einige geben, die sich hier fragen, wieso das?
Ja, glaubt Ihr denn, damals war es grossartig anders? Sicherlich, genau genommen glichen sich die Rituale wohl. Mehr oder weniger. Und genau das meine ich. Wie oben schon geschrieben, was für mich gilt, muss nicht notwendigerweise für Dich auch gelten, und wenn Du meinst, dass es an der Zeit ist zu feiern, dann feiere. Lasse es Dir nicht aufzwingen. Schon gar nicht von anderen Menschen…

Und es wird Leute geben, die der Meinung sind “Neiiiin, wir müssen uns vereinigen, stark sein, und es genauso machen wie die großen Religionen. Etwas Einheitliches.”
Nunja, Eure Meinung in Ehren. Aber auch dies muss nicht meine sein. Ihr wollt eine Art Zentralrat? Kirchentag? Heidenvatikan? Nun, ich werd’s Euch nicht ausreden wollen oder so. Aber: ich denke, dies ist der falsche Weg. Das, was gemeinhin Heidentum genannt wird, lebt von Traditionen, meine ich. Und genau das ist es – denn Traditionen sind zumeist recht lokale bzw. regionale Dinge. Diesem nun etwas generalgültiges überstülpen zu wollen… neee, danke. Oder anders ausgedrückt, solange es nur darum geht, etwas Ordung in das Chaos zu bringen – das ist sicher nicht verkehrt. Aber man könnte wetten, früher oder später wird jemand versuchen, seine Regeln durchzusetzen… nicht Regeln für die Organisation, sondern für den Einzelnen. In so fern sehe man mir nach, wenn ich dem skeptisch gegenüber stehe.

Und warum bist Du dann Heide? Wird nun mancher fragen…
Tja nun, das ist keine leichte Frage, aber die Antwort fällt mir leicht: Weil es Richtig ist.

Für den ein oder anderen mag das geschwollen klingen, aber so ist es eben. Irgendwann war ich Christ. Nun, dem Usus nach. Zumindest getauft hat man mich. Doch irgendwie hat immer etwas gefehlt, irgendwas war einfach falsch… und genauso stellten sich die anderen Religionen dar, zumindest die “etablierten”. Damals war es wohl am ehesten Buddhismus oder Taoismus, zu denen ich mich hingezogen fühlte, aber auch das war es “nicht wirklich”. Bis ich irgendwann darauf kam, eine Religion, die von aussen kommt, kann niemals richtig sein. Hört man aber auf das, was von innen kommt…

Nun, damals wusste ich noch gar nichts (aber sowas von gar nichts) vom Heidentum. Um so überraschter war ich, als ich darauf stiess (noch immer “allein”), und meine Vorstellungen in vollem Umfang wiederfand. Und eines herausfand… wenn für Dich das Richtig ist, was von innen kommt, und was von innen kommt im Aussen seine Bestätigung findet – dann bist Du selbst auch Dein eigener Priester.

Wieder hoch gestochen? Mag sein, aber dazu dann ein ander Mal mehr ;)

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